Vor vier Jahren bekam Frau Probst ein Herz transplantiert – wie sich ihr Leben dadurch verändert hat, erzählte sie offen und berührend bei einem Interview zum Thema Organspende in den 10. Klassen. Im Rahmen des Biologieunterrichts zum Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen war Frau Probst, die vor vier Jahren selbst ein Spenderherz erhalten hat, an unserer Schule zu Gast. Alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen bekamen somit die Möglichkeit das Interview mitzuverfolgen und aus erster Hand interessante Details zum Thema Organspende zu erhalten.
Frau Probst erzählte ihre ganz persönliche Geschichte mit allen Etappen, die bei einer Herztransplantation durchlebt werden müssen. Besonders beeindruckend war zu hören, wie sich ihr Alltag durch das Spenderherz verändert hat. „Man ist nach der Operation nicht mehr gesund, sondern transplantiert“. Mit diesem sehr emotionalen Satz und einem Becher an zahlreichen Medikamenten, die täglich zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion eingenommen werden müssen, zeigte Frau Probst anschaulich die täglichen Herausforderungen nach der Transplantation. Auch beim Essen, vor allem bei ungewaschenem Ost und Gemüse, müsse sie sehr aufpassen, da ihr Immunsystem durch die Vielzahl an Tabletten unterdrückt wird.
Einmal im Jahr wird in einer Herzklinik in München mittels Katheter untersucht, ob mit dem neuen Herzen alles in Ordnung ist. Dabei wird jedes Mal auch ein Stückchen Gewebe entnommen, das für die Durchführung einer Studie in Amerika bereitgestellt wird, um den Fortschritt in der Medizin in diesem Bereich zu fördern. Frau Probst berichtet, dass die durchschnittliche Lebenserwartung mit einem Spenderherz 10 Jahre beträgt, diese aber durch gezielte Forschung weiter verlängert werden kann. „Ich habe davon schon vier Jahre absolviert. Es gibt aber auch Patienten, die schon seit 30 Jahren mit ihrem neuen Herzen leben“, macht Frau Probst den Schülern Mut.
Auf die Frage, ob sie oft an den Spender denken müsse, antwortet Frau Probst ganz klar mit ja. „Wenn er nicht gewesen wäre, würde ich vermutlich nicht mehr hier sitzen.“ Die junge Mutter machte dabei deutlich, wie wichtig es ist, dass genügend Organspender zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen. Jeder solle zumindest kurz darüber nachdenken, ob eine Organspende für ihn in Frage komme oder nicht, da somit in einem Ernstfall der Familie die Entscheidung abgenommen werden kann. Man könne in einem Organspendeausweis das Kreuzchen auch bei „Nein“ setzen. Sie selbst musste ca. vier Monate auf ein passendes Organ warten.

Im Anschluss an das Interview, das von den Schülerinnen Antonia Fischl und Stella Greindl aus der Klasse 10A vorbereitet und durchgeführt wurde, bekamen alle Schüler die Möglichkeit weitere Fragen an Frau Probst zu stellen. Durch ihre Offenheit bekamen die Zehntklässler einen direkten Einblick in das Leben einer betroffenen Person und dadurch sehr nachhaltige Informationen zum Thema Organspende.
Antonia Fischl und Stella Greindl