Ein ganz besonderes Abenteuer durften 25 Schülerinnen und Schüler unserer 8. Jahrgangsstufe in der Woche vor Pfingsten erleben: Zusammen mit ihren Lehrerinnen Maria Klement und Katharina Marchl machten sie sich auf den Weg nach Westfrankreich zu ihren Austauschschülern im fast 1300 Kilometer entfernten Mirebeau.
Mit dem Zug ging es am Sonntagmorgen über München, Mannheim und Paris nach Poitiers, wo die Jugendlichen von ihren Gasteltern abgeholt wurden. Die Freude war groß über das Wiedersehen, denn die Viechtacher Schüler kannten ihre Austauschpartner bereits. Diese verbrachten Ende Januar und Anfang Februar eine Woche in der Region.
Am Montag gab es ein gemeinsames französisches Frühstück an der Schule, bevor die Viechtacher in Kleingruppen drei Unterrichtsstunden besuchen durften. Dabei entdeckten die Bayern auch einige Unterschiede im Schulsystem: So ist das Tragen religiöser Symbole in der Schule nicht erlaubt und auch das Trinken im Unterricht ist untersagt. Am Nachmittag stand eine Wanderung zu einem Ziegenbauernhof mit rund 700 Tieren auf dem Programm. Den Abend verbrachten die Jugendlichen bei ihren Gastfamilien, wo sie gemeinsam etwas unternahmen oder Spiele spielten.
Ein Höhepunkt der Reise stand am Dienstag an: Der größte Freizeitpark Frankreichs, der „Futurscope“ in Chasseneuil-du-Poitou wurde erobert. Über 40 Attraktionen mit modernster Medientechnologie und Multimedia-Kunst warteten auf die Schüler, darunter Simulatoren, Achterbahnen, Wasserwelten und Shows mit Wasser- und Lichteffekten. Die Jugendlichen und ihre Partnerschüler waren absolut begeistert.

Auch der darauffolgende Tag am Meer, in der Hafenstadt La Rochelle, gehörte zu den Lieblingsausflugszielen der Viechtacher. Mit einer Fotorallye erkundeten die Jugendlichen die historische Stadt an der Atlantikküste. Neben dem Alten Hafen, der von drei mittelalterlichen Wehrtürmen flankiert wird, gehörte auch die Altstadt mit ihrem monumentalen Stadttor „Porte de la Grosse-Horloge“ und den historischen Fachwerkhäusern sowie das Riesenrad, das einen unvergleichlichen Ausblick über die Stadt bietet, zu den beeindruckendsten Bildmotiven. Ihre Freizeit verbrachten viele anschließend am Strand.
Eine Riesengaudi hatten die Austauschschüler zusammen mit ihren Partnern am Donnerstag bei einer Vélorail. Dabei fuhren sie auf ehemaligen Bahntrassen mit Schienenfahrrädern in der Nähe von Chauvigny und erkundeten gemütlich die Natur. Dabei konnten die Jugendlichen auch immer wieder tolle Ausblicke auf die mittelalterliche Stadt und das Tal der Region Vienne erleben. Danach wurde die Stadt Chauvigny erkundet. Einzigartig war der Blick auf die fünf befestigten Burgen, die auf einem einzigen Felsvorsprung gebaut wurden.
Sportlich wurde es für die Beteiligten am Freitagvormittag beim Völkerballspiel. Zur Stärkung durften sie dann bei einem Biobäcker ihr eigenes Brot backen und die Bäckerei mit der Mühle besichtigen. Am Abend fand eine Abschiedsfeier statt, bei der die Viechtacher ihren Gastgebern ein zweisprachiges Gedicht über die wunderbare Woche in Frankreich vortrugen. Außerdem stellten sie jeden Tag mit einem besonderem Standbild dar. Am Ende des Abends tanzten alle mit der europäischen Flagge in der Hand – ein Zeichen für gelebte deutsch-französische Freundschaft, die die Kinder hautnah erleben durften.
Am Samstagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. So manche Träne wurde dabei vergossen. Doch in den beiden Austauschwochen wurden oft so enge Bande geschmiedet, dass manche Jugendlichen auch in Zukunft in Kontakt bleiben wollen. Neben der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse konnten die Schüler auch viele interessante und unvergesslichen Eindrücke sammeln und Freundschaften knüpfen. Am Ende waren sich alle einig: „Wir würden den Austausch sofort wieder machen!“
Andrea Maier-Rottler (Viechtacher Bayerwald-Bote, PNP)