Bereits während der zurückliegenden Sommerferien bekamen etwa 60 Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Leistungen im Bundeswettbewerb Zugang zu Online-Lernstunden, in denen ihnen weit über die Schullehrpläne hinausreichende Inhalte aus der Graphentheorie, Algorithmik und dynamischen Programmierung vermittelt wurden. Diese Online-Sitzungen mündeten schließlich in einer weiteren Qualifikationsprüfung, die Tao ebenfalls erfolgreich meisterte. So reiste er als deutschlandweit einer von nur 19 Schülerinnen und Schülern im Januar zum dreitägigen Auswahlverfahren nach Bonn. Schon am ersten Tag begannen neben dem Kennenlernen der anderen Teilnehmenden erste Trainingseinheiten und Lehrgänge statt.

Am zweiten Tag begann der erste von zwei Wettbewerben. „Wir trafen uns pünktlich um 09:40 Uhr in einem Konferenzraum, wobei jeder seinen eigenen Laptop dabei hatte. Über eine Webseite wurden uns anschließend drei verschiedene Problemstellungen angezeigt, von denen wir zwei innerhalb von fünf Stunden lösen sollten“, erinnert sich Tao. Nach Abgabe der Ergebnisse erfolgte eine Besprechung der Aufgaben sowie weitere Schulungen. Am letzten Tag fand die zweite Wettbewerbsrunde statt, wobei es wiederum drei vorgelegte Problemstellungen zu lösen galt. „Die Probleme am zweiten Tag waren meiner Meinung nach deutlich einfacher als die Aufgaben, die wir am Vortag erhalten haben. Ich persönlich kann es nur jedem mit Interesse am Programmieren sowie logischem Denken empfehlen, am Bundeswettbewerb Informatik teilzunehmen. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und viele neue Sachen gelernt und umgesetzt“, so Tao.
Ob es tatsächlich für die Teilnahme bei der Internationalen Informatik-Olympiade reicht, steht noch nicht fest. Insgesamt qualifizieren sich lediglich vier Schülerinnen und Schüler für die Reise nach Usbekistan. Unabhängig davon, wie es weitergeht, kann Taos Leistung hier aus schulischer Perspektive gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Laut Pfeffer zeigt sich hier ein Leistungsniveau, das deutlich über den regulären Lehrplan hinausgeht und Denkweisen erkennen lässt, die auch von vielen Informatik-Studenten an der Universität nicht erreicht werden – insbesondere im strukturierten Zerlegen komplexer Probleme und in der systematischen Entwicklung effizienter Lösungsstrategien. „Ich ziehe den Hut vor dieser Leistung und gratuliere Tao von Herzen zu dieser grandiosen Leistung. Es ist schön zu sehen, wenn ein Schüler wirklich so für ein Fach brennt und dann auch noch solche Leistungen an den Tag legt. Ich denke, wir werden im Bereich der Informatik noch von Tao in Zukunft hören. Hoffentlich belohnt er sich nun erst einmal im Mai auch mit einer herausragenden Leistung im Informatik-Abitur“, so Pfeffer. An der Komplexität der Abituraufgaben wird es mit Sicherheit nicht scheitern.