Warum ist Politik so komisch? Mit dieser Frage erntete der Landtagsabgeordnete Toni Schuberl bei den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe einiges an Gelächter. Der Politiker besuchte vergangene Woche unsere Schule, um den Mittelstuflern die Politik auf Landesebene zu erklären und mit Jugendlichen in den Austausch zu kommen. Zu Beginn des Vortrags erläuterte Schuberl überblicksartig seine Arbeit und die Strukturen des Landtags. Zudem bemängelte er, dass auf Landes- und Bundesebene zu viele Juristen und zu wenige Repräsentanten aus anderen Berufen vertreten sind und, dass einige Prozesse in der Politik sehr kompliziert und fast schon „komisch“ für Außenstehende wirken. Nach dieser kurzen Einführung konnten die Schüler Fragen an den Volksvertreter stellen, die dieser verständlich und ehrlich beantwortete. „Es war immer politisch zu Hause,“ antwortete Schuberl auf die Frage, warum er schon als Jugendlicher in der Politik aktiv wurde und erklärte, dass er sich aufgrund der Werte wie Gleichberechtigung und Umweltschutz, die ihm in seinem Elternhaus vermittelt wurden, zum Beitritt zur Partei der Grünen entschlossen hatte. Auf die Frage, wie er es schaffe, sein Privatleben und seine Arbeit unter einen Hut zu bekommen, erklärte Schuberl, dass es zwar oft eine Herausforderung sei, er sich aber klare Prioritäten setze und manche öffentliche Auftritte absage, um Zeit für seine Familie zu haben. Neben einigen Fragen über das Leben als hauptberuflicher Politiker kamen von den Jugendlichen auch viele Gedanken und Impulse zu den Themen, die ihnen am Herzen liegen. Dadurch entstand eine spannende Diskussion, die von den Kriegen im Nahen Osten und in der Ukraine über den hohen Altersdurchschnitt in der Politik bis hin zur Legalisierung von Cannabis die verschiedensten Themenbereiche abdeckte. Schuberl erklärte komplizierte außenpolitische Konflikte für die Schüler verständlich und äußerte seine klare Meinung zu Themen wie der Aufrüstung in Europa, dem Wahlrecht ab 16 oder einem möglichen AfD-Verbot. Zudem ermutigte er die Jugendlichen, sich für ihre Ziele und Überzeugungen einzusetzen. So sollen sie ein klares Zeichen setzen, dass sie mehr Mitsprache und Berücksichtigung in politischen Entscheidungen fordern, die vor allem junge Menschen betreffen.

Am Ende des Diskurses waren sich sowohl die Schüler als auch Toni Schuberl einig, dass der Besuch des Landtagsabgeordneten ein sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch für alle Beteiligte hervorbrachte.

Eva Maria Zeitlhöfler, 10b