Wer am Freitag vor den Herbstferien einen Blick in die Klassenzimmer der Lateingruppen warf, fühlte sich um fast 2000 Jahre zurückversetzt. Statt iPads, Heften und modernen Schreibwerkzeugen bestimmten Holzplatten und Wachs sowie Papyrus und Binsen das Bild. Im Rahmen eines Workshops verwandelten sich die Unterrichtsräume nämlich in eine römische Schreibstube.

Passend zum aktuellen Unterrichtsthema „Schule und Schreiben im alten Rom“ konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erfahren, wie Kinder und Jugendliche in der Antike lernten und schrieben. Dabei fertigte jeder aus Holzleisten und einer Holzplatte eine tabula cerata, eine römische Schreibtafel, die zuletzt mit heißem Wachs ausgegossen wurde.

Bis dieses ausgehärtet war und mit einem Holzgriffel beschrieben werden konnte, gestalteten die Schülerinnen und Schüler mit Binsen und Tinte einen selbst gewählten lateinischen Spruch auf Papyrus.
„Veni, vidi, vici!“, „Memento moti!“ oder „Carpe diem“ waren da under anderem zu lesen.

Der Workshop machte Geschichte auf anschauliche Weise erlebbar und zeigte, dass sich hinter den lateinischen Texten des Unterrichts eine faszinierende Kultur verbirgt.
Michaela Häußermann-Lohmer