Die Geschichte „Momo“ von Michael Ende haben die 23 jungen Darsteller (Klasse 7-9) der „Superkekschaoten“ gemeinsam mit Bettina Wensauer mit Phantasie und Kreativität in ihre eigene Lebenswelt übertragen. Von den „grauen Herren“ ist nur mehr ein Opa in einem muffigen Keller übriggeblieben, seine Enkel WhatsApp, Instagram, Amazon, Snapchat, Spotify und wie sie heißen mögen, sind schlau und taktisch sehr gut darin, den heutigen Menschen die Zeit elegant zu stehlen.

Sie sind nicht grau und öde, sondern bunt, attraktiv, selbstgefällig und laut. Völlig gegen den Strich geht ihnen, dass da eine Schultheatergruppe ein richtiges Buch findet und viel Freude daran hat, gemeinsam „in echt“ Theater zu spielen. Zu allem Überfluss lassen sich die Schüler noch die geliebten Cookies der Apps schmecken und geraten damit endgültig in die Schusslinie der Datensammler.

Höchst vergnüglich anzusehen war dieser Wettkampf, in dem die „Superkekschaoten“ einfach aus der Schildkröte Kassiopeia einen Frosch machen und Fremdenführer Gigi in dreifacher Ausfertigung auftreten lassen. Die „Zeiträuber“, auch nicht faul, schrecken vor den fiesesten Tricks wie Fake-News nicht zurück. Fast gelingt es ihnen, alle in einem engen Netz zu verstricken und wie Marionetten zu lenken. Doch die Superkekschaoten wachen rechtzeitig auf: „Wir lassen uns unsere Kreativität nicht von der KI wegnehmen!“
Eva Bauernfeind

