Mit einem selbst entwickelten Brettspiel zu den Themen Zoos, Artenschutz und Tierwohl hat die Ethikgruppe der Klassen 6/7 beim Bundeswettbewerb für politische Bildung überzeugt und ein Preisgeld von 150 Euro gewonnen. Eine besondere Ehre: Das Spiel „Das Zoorennen“ ist noch bis Juni in einer Sonderausstellung des Spielzeugmuseums Chemnitz zu sehen.

Über mehrere Wochen entwickelten und erstellten die Jugendlichen Regeln, ein Spielfeld und witzige Tier-Figuren für ihr Spiel und ließen auf Quiz- und Aktionskarten die Erkenntnisse aus Expertengesprächen einfließen. Die Hauptrollen spielen das Wisent, der sibirische Tiger, Goldlöwenäffchen, Kronenhokkos und der Zwergtaggecko.

Im Projektverlauf besuchte die Lerngruppe den Straubinger Zoo und führte dort ein ausführliches Gespräch mit Tiergartendirektor Dr. Michel Delling. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in Haltungskonzepte, Zuchtprogramme und Bildungsarbeit und diskutierten kritisch die Rolle moderner Zoos für Artenschutz und Tierwohl.

Zudem war Dorothea Haas, Kreisvorsitzende des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) Regen, zweimal im Unterricht zu Gast. Sie sprach mit den Schülerinnen und Schülern über den Artenschutz im Bayerischen Wald und stellte aktuelle Projekte mit Amphibienschutzmaßnahmen vor. Frau Haas berichtete von regionalen Programmen, etwa von der Auswilderung des Auerhahns am Arber. Außerdem erzählte sie von einem Projekt mit Bartgeiern und erläuterte, wie kompliziert die Wiederauswilderung dieser Vögel ist. Auch diese Praxisperspektiven flossen direkt in die Spielentwicklung ein.

Eldina fasste in einer abschließenden Reflektion die Debatte über Zoos zusammen: „Moderne, wissenschaftlich geführte Zoos können einen wichtigen Beitrag zu Artenschutz, Forschung und Bildung leisten; schlecht geführte Einrichtungen stellen dagegen oft eine klare Belastung für die Tiere dar.“ Mila ergänzt die Perspektive auf die Haltung: „Viele denken, Tiere hätten in Zoos grundsätzlich zu wenig Platz, aber entscheidend ist, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden – dann braucht es nicht unbedingt sehr viel Raum.“

Engagement zeigt Wirkung: Spende für Krötenzäune

Neben der Wettbewerbsteilnahme setzte die Gruppe ein eigenes Fundraising um: Mit einem Kuchenverkauf erwirtschafteten die Schülerinnen und Schüler 150 Euro, die sie an den LBV spendeten. Dorothea Haas zeigte sich erfreut: „Das Geld wird für die Anschaffung von Krötenzäunen eingesetzt, um Amphibien während der Wanderzeit zu schützen.“

Auf ihren Erfolg sind die Jugendlichen zu Recht stolz. Ihr Fazit: „Als Menschen tragen wir die Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt – und mit diesem Spiel wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten.“

Bettina Wensauer